Das ganze Gehirn jubelt über einen Sieg

Fast das ganze Gehirn soll an der Entstehung von Freude oder Ärger beteiligt sein

Von Ingo Krüger
10. Oktober 2011

Manche Menschen können einfach nicht verlieren, selbst wenn sie gegen ihre Kinder Karten oder "Mensch ärgere dich nicht" spielen. Sie sind jedoch nicht einfach nur besonders ehrgeizig, sondern besitzen möglicherweise ein ausgeprägtes Belohnungszentrum im Gehirn, das jedoch wie US-amerikanische Wissenschaftler herausfanden, anders funktioniert als bisher angenommen.

Fast gesamtes Gehirn für Freude oder Ärger verantwortlich

So ist Timothy Vickery von der Yale University der Ansicht, dass nicht nur eine einzelne Hirnregion für Freude oder Ärger bei Sieg oder Niederlage verantwortlich ist, sondern fast das gesamte Gehirn. Dies, so Vickery, sei das Ergebnis einer Studie mit Testpersonen, die "Schere, Stein, Papier" gegen einen Computer spielen mussten. Dabei lagen die Probanden im Magnetresonanztomographen (MRT).

Das Ergebnis der Untersuchung zeigte, dass fast alle höher entwickelten Gehirnregionen beteiligt waren, das Spielergebnis zu verarbeiten. So existiere zwar ein Belohnungszentrum, fasst Vickery zusammen, doch von dort schütte ein Netzwerk von Nervenzellen das sogenannte Glückshormon Dopamin aus, falls ein Mensch gewinne. Diese Informationen erreichten anschließend nahezu das gesamte Gehirn. Eine solche Reaktion erfolge ebenfalls im Falle einer Niederlage, so der Neurowissenschaftler.