Historisch ohne Beispiel: Jogis Jungs verspielen 4:0-Vorsprung

Von Frank Hertel
18. Oktober 2012

Am Dienstag Abend wurde Sportgeschichte geschrieben. Noch nie lag ein DFB-Team mit 4:0 vorne und spielte dann 4:4. Schon gar nicht vor heimischen Publikum. Den über 70.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion wurde gestern auf jeden Fall ein äußerst sehenswertes Spiel geboten.

Die Deutschen begannen ihren furiosen Zauberfußball mit zwei Toren von Klose in der 8. und der 15. Minute. In der 39. Minute kam sogar Peer Mertesacker zum Zug. Er schoss das zweite Tor seiner Karriere nach glänzender Vorarbeit von Reus, der absolut brilliant war. Nach der Pause erhöhte Özil auf 4:0 und damit schien die Sache erledigt. Das heißt: Die Deutschen ließen nach.

Nach dem 4:1 durch Ibrahimovic in Minute 62 glaubte man noch an die Geschichte vom Ehrentreffer. Als Lustig drei Minuten später zum 4:2 einschoss, wurde es dem Publikum mulmig, denn der deutsche Torwart Neuer hatte dabei eine sehr schlechte Figur gemacht. Die Schweden waren plötzlich den Deutschen haushoch überlegen. In der 76. Minute schoss Elmander das 4:3. Kurz danach vergab der Schwede Sani eine 100-prozentige Chance. In der hektischen Schlussphase wechselte Löw Podolski ein, einen Offensivmann. Das rächte sich in der Nachspielzeit. Elm machte tatsächlich das 4:4.

Weder Spieler noch Trainer des DFB-Teams hatten danach eine Erklärung für diesen Spielverlauf. Die WM-Qualifikation ist also noch nicht geschafft. Und ein WM-Titel ist mit dieser labilen Mannschaft vollkommen undenkbar.