Neue Behandlungsidee bei Malaria - Forscher wollen den Erreger in Zellen einsperren

Wissenschaftler wollen die gesamte Armee der Malarieerreger in den Zellen gefangen nehmen

Von Cornelia Scherpe
21. Januar 2013

Noch immer suchen Mediziner auf der ganzen Welt nach Wegen, der Malaria einen Riegel vorzuschieben. Genau diesen sprichwörtlichen Riegel haben Forscher aus den USA nun offenbar gefunden. Ihnen ist es gelungen, ein Medikament zu entwickeln, das die Erreger zwar nicht vernichten kann, sie aber in den bereits erkrankten Körperzellen festhalten soll. So will man verhindern, dass der Erreger sich weiter im Körper ausbreiten kann und würde die Krankheit quasi zum Stoppen bringen.

Gezielte Vermehrung schädlicher Zellen

Kommt Malaria mit einem Menschen in Kontakt, so befallen wenige Erreger zunächst einige Zelle, dringen in diese ein und nutzen sie, um sich darin zu vermehren. Erst dann, wenn sie in großer Zahl vorhanden sind, fallen sie über alle anderen Zellen im Körper her. Die Vermehrung zu stoppen ist daher ein ganz wesentlicher Schritt.

Selbstmord auf Anweisung

Die Forscher haben die Malariazellen genau dabei beobachtet, wie diese zum ersten Mal in eine Zelle eindringen. Dabei verwenden sie eine Art Schlüssel, der sie ins Innere bringt, ohne die Zellen an sich zu zerstören. Erst nach circa 48 Stunden, wenn genügend neue Erreger entstanden sind, geben die Erreger ein Signal ab, dass die Zelle dazu bringt, ihre eigenen Wände zu zerstören. Sie begeht also auf Anweisung Selbstmord.

Die genaue Analyse dieses Vorgangs brachte die Forscher auf eine Idee, wie sie diesen Vorgang unterbinden können und die gesamte Armee der Malarieerreger in den Zellen gefangen bleiben. Der bereits getestete Wirkstoff, der diesen Effekt erzielt, hat in Studien bereits so überzeugt, dass die Forscher bezüglich eines baldigen Einsatzes sehr zuversichtlich sind.

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