Wohlstandskrankheiten bremsen nicht den Anstieg der Lebenserwartung

Von Frank Hertel
21. März 2011

Der britische Epidemiologe David Leon hat herausgefunden, dass in den westlichen Industriestaaten die Lebenserwartung weiter steigt, obwohl auch die Fettleibigkeit stark zunimmt.

Der Professor arbeitet an der London School of Hygiene & Tropical Medicine. Sein Artikel erschien im "International Journal of Epidemiology". Für sein Ergebnis hat er die statistischen Daten der WHO und der Human Mortality Database miteinander verglichen. In den letzten 20 Jahren ist die Lebenserwartung in Europa um drei Jahre gestiegen, während sich die Fettleibigkeitsrate verdoppelt hat.

Seine Erklärung für dieses Phänomen lautet, es gebe gleichzeitig weniger Raucher und die medizinische Versorgung habe sich verbessert. Deshalb sei es falsch, anzunehmen, dass der Anstieg der Lebenserwartung durch Wohlstandskrankheiten gebremst würde. In ganz Europa betrage die Lebenserwartung 78 Jahre, in Deutschland seien es zur Zeit 80 Jahre.

Warum es allerdings in Russland, sowie in Zentral- und Osteuropa, nicht den selben Anstieg der Lebenserwartung gibt, könne er sich vorerst noch nicht erklären, schreibt Leon.

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