Abschied von der deutschen Schreibschrift?

Die deutsche Schreibschrift verliert an Bedeutung - Kein Schönschreibunterricht für die I-Dötzchen

Paradisi-Redaktion
Von Paradisi-Redaktion
4. Juli 2011

Seit Jahren wird in Deutschland über die Schreibschrift in den ersten Klassen der Grundschulen diskutiert, auch eine sogenannte Schreib- und Druckschrift ist im Gespräch. Befürwortende Schulexperten versprechen sich von der Druckschrift eine "Entlastung" der Schüler, andere befürchten eine sogenannte "kulturelle Verarmung". Jetzt hat Hamburg, als erstes und auch zurzeit einziges Bundesland, den einzelnen Grundschulen die Entscheidung selber überlassen, ob Schreibschrift oder Druckschrift zu verwenden ist.

Schriftart kann selbst gewählt werden

Schon heute können die Schüler ab der fünften Klasse selber wählen, welche Schriftart sie benutzen. Da auch der Grundschulverband keinen Sinn mehr in der Schreibschrift sieht, hat Ulrich Hecker vom Bundesverband der Grundschulen mit einer Arbeitsgruppe die Grundschrift entworfen, die an gedruckte Buchstaben erinnert. Je nach Lust und Laune der Schüler können diese Buchstaben aber miteinander verbunden werden.

Nun werden die zukünftigen "I-Dötzchen", wie früher die Erstklässler genannt wurden, auch nicht mehr "Schönschreibunterricht" erhalten, an den sich die Älteren vielleicht noch in ihren ersten Schuljahren erinnern. Und auch die Sütterlinschrift, die unsere Großeltern noch sauber und korrekt schreiben mussten, können wir nun endgültig wohl als "nationales Kulturgut" begraben.

Schreiben am PC

Heutzutage werden aber ohnehin kaum noch Briefe von Hand geschrieben, auch der Lebenslauf bei Bewerbungen wird mittlerweile nur noch per PC geschrieben, doch die Unterschrift erfolgt noch per Hand.

Da möchte eigentlich nur einmal wissen, wie später einmal die Unterschriften der "neuen Generation" aussehen wird - oder macht man später nur drei Kreuze? Vielleicht genügt auch als Unterschrift ein Fingerabdruck?