Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium: Verlängert Kaffee das Überleben?
Laut einer Studie senkt Kaffeekonsum das Sterberisiko und auch die Gefahr eines Krebsrückfalls

Darmkrebs kann bei früher Diagnose nahezu bei jedem Patienten geheilt werden. Daher ist die Vorsorge so wichtig. Wird der Tumor erst später erkannt, sieht die Prognose schlechter aus. Ärzte sind kürzlich allerdings über eine Tatsache gestolpert, die bisher unbekannt war. Demnach bessert sich auch im fortgeschrittenem Stadium die Prognose, wenn der Patient Kaffeetrinker ist.
Koffein senkt Krebsrisiko
Die Studie mit diesem Ergebnis hatte eigentlich etwas anderes untersucht. Die 1.264 Menschen mit Darmkrebs hatten sich bereit erklärt, ein Medikament zu testen. Dabei hatten sie zusätzlich zur Einnahme des Wirkstoffs einen Fragebogen ausgefüllt. Dieser ging auf die allgemeinen Lebensumstände und die Ernährung ein.
Als Forscher nun gezielt auf den Kaffeekonsum der Patienten schauten, fiel ihnen der ungewöhnliche Zusammenhang auf. Demnach sinkt das Sterberisiko, wenn man circa 460 Milligramm Koffein jeden Tag zu sich nimmt. Das entspricht etwa vier Tassen normalem Kaffee täglich.
Durch diesen Kaffeekonsum sank nicht nur das Sterberisiko, sondern auch die Gefahr eines Krebsrückfalls, wenn eine Therapie zuvor erfolgreich gewesen war. Die Forscher schauten daraufhin auf den Teekonsum, konnten hierbei aber keinen Zusammenhang finden. Da auch koffeinfreier Kaffee das Sterberisiko nicht beeinflusste, muss es am Koffein liegen.
Biologische Beweise fehlen
Bisher ist der Medizinwelt nicht klar, warum Kaffee diesen Effekt auf Darmkrebs hat. Es gibt die Theorie, dass die veränderte Insulinausschüttung eine Rolle spielt. Man weiß aus anderen Studien, dass Kaffee auch in gewissem Maße vor Diabetes des Typ 2 schützen kann. Echte Beweise auf biologischer Ebene müssen aber noch gefunden werden.
Bis dahin sehen die Forscher ihre Studie als Denkanstoß. Kaffeeliebhaber sollten einfach weiter ihren Kaffee genießen. Wer als Nicht-Kaffeetrinker nach der Krebsdiagnose damit anfangen möchte, spricht das am besten mit dem behandelnden Arzt ab.
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