Neue Therapieansätze bei Schlaganfall nötig

Von Alexander Kirschbaum
7. Januar 2013

Forscher der Universität Münster haben medizinische Annahmen bei der Therapie von Schlaganfällen widerlegt.

Nach einem Schlaganfall sind die sogenannten neutrophilen Granulozyten Teil der schnellen Immunantwort des Körpers. Diese Immunzellen sind schädlich und lassen Nervenzellen im Gehirn nach einem Schlaganfall absterben, so lautete das bisherige Credo der Wissenschaft.

Doch nach den neuen Erkenntnissen der Münsteraner Wissenschaftler erreichen die Immunzellen die betroffenen Gehirnregionen gar nicht, sondern bleiben in den Blutgefäßen des Gehirns stecken. Die bisherige Therapie von Schlaganfall-Patienten muss nun eventuell überdacht werden. In weiteren Untersuchungen wollen die Forscher aus Münster klären, ob die neutrophilen Granulozyten ihre schädliche Wirkung auf die Nervenzellen auch aus der Ferne ausüben können.