Schwere Herzkrankheit bei Schwangeren: Forscher sind der PPCM auf der Spur

Von Cornelia Scherpe
12. August 2013

Die Abkürzung PPCM steht für "Peripartum-Kardiomyopathie" und dahinter verbirgt sich eine sehr ernste Erkrankung des Herzens. Betroffen sind ausschließlich schwangere Frauen, daher spricht der Arzt oft auch von der Schwangerschafts-Kardiomyopathie.

Die Patientinnen zeigen meist im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft oder in den Monaten nach der Entbindung plötzlich Symptome wie Abgeschlagenheit, Reizhusten und Wassereinlagerungen. Betroffen ist im Schnitt eine von 3.000 Schwangeren und der Normalfall ist, dass die Patientin vorher ein völlig gesundes Herz hatte.

Die Schwangerschaft ist also der Auslöser ihrer Krankheit, was das Ganze noch tragischer macht. Forscher sind bereits seit vielen Jahren damit beschäftigt, der PPCM auf den Grund zu gehen, denn bisher weiß man noch nicht, wie genau die Schwangerschaft das Herz beschädigt.

Durch viele Untersuchungen steht nun jedoch eine neue Theorie im Raum. Demnach deuten einige Forschungen darauf hin, dass das Hormon Prolaktin eine entscheidende Rolle spielt. Dieses wird auch als Stillhormon bezeichnet, denn es ist zur Bildung der Muttermilch entscheidend und wird daher gegen Ende der Schwangerschaft sehr vermehrt ausgeschüttet.

Die Theorie geht nun davon aus, dass das Hormon im Körper der Frau falsch gespalten wird. Die so entstandenen Spaltprodukte sind jedoch toxisch und wirken demnach giftig auf die Herzgefäße. Eine Schädigung der Herzmuskelzellen ist die Folge, was die PPCM erklärt.

Eine andere Theorie geht derzeit allerdings davon aus, dass es sich vielmehr um eine Autoimmunreaktion handelt. Die Anhänger dieses Ansatzes glauben vielmehr, dass es aufgrund der vielen Veränderungen im weiblichen Körper zu plötzlichen Entzündungen kommt, die dann ebenfalls die Herzmuskelzellen beschädigen.

Zur weiteren Analyse der PPCM sucht man derzeit nach Biomarkern im Blut, die weitere Aufklärung bringen.