Welcher Boden eignet sich für das Lauftraining?

Von Karla Hettesheimer
23. Januar 2012

Was den optimalen Untergrund beim Laufen betrifft, gibt es zahlreiche verschiedene, teils kontroverse, Meinungen und Theorien. Dabei wird häufig vergessen, dass die Beschaffenheit des Bodens in einem engen Zusammenhang mit dem Trainingsziel steht. Demzufolge gibt es nicht den richtigen oder falschen Boden, sondern Böden, die sich für unterschiedliche Trainingsziele mehr oder weniger eignen.

Naturwege

Besonders beliebt bei vielen Läufern sind Naturwege. Laut Urs Weber, dem Chefredakteur des Fachmagazins "Runner`s World", eignen sich diese Wege besonders gut für lange Läufe. Erstens sind sie meist abwechslungsreich und verhindern somit Langeweile. Zweitens sind sie relativ weich und federnd und schützen somit Gelenke und Rücken. Weniger geeignet sind Naturwege allerdings für Läufer, die zu instabilen Fußgelenken neigen, da das Risiko für Verletzungen durch Umknicken hier erhöht ist.

Asphalt

Von vielen Läufern verpönt, aber dennoch besser als sein Ruf, ist der Asphalt. Zwar ist der harte Untergrund nicht geeignet für Sportler, die unter Knie- oder Schienbeinproblemen leiden, ist aber perfekt für Tempotraining. Durch die flache Oberfläche fallen die Kontakte der Füße auf dem Boden sehr gleichmäßig aus. Da Asphalt außerdem so gut wie nicht nachgibt, ist hier ein hohes Tempo möglich.

Kunststoff

Das Laufen auf Kunststoff, wie ihn zum Beispiel eine Tartanbahn bietet, eignet sich optimal für das Intervalltraining. Durch die abgemessenen Bahnen weiß der Läufer genau, wie viel Strecke er bereits zurückgelegt hat. Die Tartanbahn bietet allerdings wenig Abwechslung und sollte auch bei Problemen an der Achillessehne gemieden werden.

Gras

Viele Läufer schwören darauf, ab und zu einmal auf die Laufschuhe zu verzichten und barfuß loszulegen. Hierzu eignet sich Gras-Untergrund am besten. Besonders wer unter Kniebeschwerden leidet, sollte unbedingt auf einem weichen Boden trainieren.

Sand

Ambitionierte Läufer, die es darauf anlegen, ihre Muskeln zu kräftigen, sind mit Sand gut beraten. Sandiger Untergrund eignet sich zwar für extreme Läufe, im tiefen Sand sollte allerdings nie länger als 10 Minuten trainiert werden. Bei Sandläufen muss die Muskulatur deutlich mehr arbeiten als bei anderen Bodenbelägen. Dies kann vor allem die Achillessehne belasten und sollte auch von sehr fitten Läufern nur dosiert verwendet werden.