Widerstand gegen Vollzugsbeamte: Berliner Staatsanwalt fordert 44.000 Euro von Hertha-Profi Ronny

Von Frank Hertel
8. November 2013

So tickt Berlin: Der Brasilianer Ronny ist Spieler beim Hauptstadtclub Hertha BSC. Im Februar stoppten ihn Zivilbeamte um 4 Uhr morgens in Berlin-Mitte. Angeblich sei er mit seinem Geländewagen Schlangenlinien gefahren und hätte fast einen Unfall gebaut. Die Zivilpolizisten stoppten Ronny und forderten ihn sofort zur Abgabe einer Blutprobe auf.

In der Regel muss man erst einen Atemalkoholtest machen. Die Beamten legten Ronny auch gleich Handschellen an. Dabei habe er die Arme steif gemacht. Dieses Armesteifmachen wurde ihm nun zum Verhängnis, es wurde als Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gewertet. Dafür muss er nun 44.000 Euro an die Berliner Staatskasse bezahlen. Dann wird das Verfahren eingestellt. Der Alkoholtest hat einen Wert von 0,4 Promille ergeben. Erst ab 0,5 Promille kann die Polizei ein Bußgeld wegen Trunkenheit im Straßenverkehr erheben.

Der Berliner Staatsanwalt Martin Steltner erklärt die grandiose Höhe des Bußgeldes mit einem Berliner Gesetz, demzufolge die Strafe nach der Höhe des Einkommens erhoben wird. Die Hälfte der 44.000 Euro sollen übrigens an den Kinderschutzbund überwiesen werden.