Autismus scheint durch ein fehlerhaftes Neuronengerüst zu entstehen

Von Cornelia Scherpe
14. Dezember 2011

Autismus verändert die Wahrnehmung eines Menschen und macht ihn, je nach Schweregrad der Störung, unfähig dazu, mit der normalen Welt zu interagieren. Die Störung dafür ist genetisch bedingt und angeboren. Bisher wussten Forscher nur, dass Autismus auf einen Defekt im Hirn zurück geht, aber es gab noch keine genaue Erklärung für das Entstehen der Krankheit. Aktuelle Forschungen haben diesen Prozess nun voran getrieben. Man weiß nun, dass bei Betroffenen einige Genvarianten bestehen, die eine Kommunikation der Nervenzellen stören.

Die Signale werden schlechter von einer Zelle zur nächsten weitergeleitet. Das bewirkt, dass es zu einem fehlerhaften Neuronengerüst im Gehirn kommt. Es werden weniger Gerüstproteine gebildet und daher vernetzt sich das Hirn nicht so, wie es dies bei einem "normalen" Menschen im Laufe seines Heranwachsens tut. Diese neue Erkenntnis basiert auf den Untersuchungen deutscher Forscher, die dafür die DNA von 580 Autisten analysierten. Dabei fanden sie zehn Genmutationen, die zu dem fehlerhaften Gerüstprotein führten.

Bei drei dieser Mutationen konnte im Mausexperiment bereits nachgewiesen werden, dass dadurch Störungen im Verhalten der Tiere entstehen, die auf Autismus hindeuten.