Gentherapie schwierig - Werdende Mütter schützen das Ungeborene durch T-Zellen

Gescheiterte Gentherapie - Mütterliche Immunzellen bekämpfen die heilenden Stammzellen

Von Jutta Baur
20. Januar 2011

Eigentlich sollte es gut funktionieren: Genetische Erkrankungen könnten mithilfe der Stammzellentherapie bereits im Mutterleib geheilt werden. Doch leider klappte es in der Praxis nicht. Die Stammzellen, die gesunde Erbinformationen in den kindlichen Körper bringen sollten, wurden eliminiert. Und das, obwohl Ungeborene relativ offen für andere Zellen sind. Ihr Immunsystem ist noch nicht sehr gut ausgeprägt.

Gentherapie scheitert an mütterlichen Schutzmaßnahmen

In den USA ist nun endlich ein vielversprechender Weg gefunden worden. Bei genauerer Untersuchung der Abwehrstoffe stellte man fest, dass nicht die kindlichen, sondern die mütterlichen Immunzellen die heilenden Stammzellen bekämpft hatten. Man erkannte, dass im Blut des Ungeborenen bis zu 10% Blutzellen der werdenden Mutter vorhanden waren. Darunter auch eine stattliche Anzahl von Killerzellen.

Bei Tierversuchen zeigte sich, dass die fremden Stammzellen angenommen wurden, wenn vorher T-Zellen aus dem Blut der Mutter gefiltert wurden. Die Gentherapie scheiterte demnach nicht an der Aufnahme im kindlichen Organismus, sondern an den mütterlichen Schutzmaßnahmen.

Keine Probleme bei muttereigenen Genen

Keine Probleme gibt es mit muttereigenen Genen. Sie konnten heilen, weil sie dem Organismus bereits bekannt waren. "Solange die transplantierten Stammzellen zur Mutter passen, scheint es unerheblich zu sein, ob sie auch zum Kind passen", bestätigt Amar Nijagal, Studienleiter der Untersuchung. Es sei daher immer die erste Wahl, Stammzellen von der Mutter zu verwenden.