Jede vierte Seniorin nimmt gefährliche Medikamente ein

Von Cornelia Scherpe
28. März 2012

Eine jüngst veröffentlichte Studie zeichnet ein bedenkliches Bild zum Thema "Medikamenteneinnahme im Alter". Demnach erhalten 25 Prozent der Menschen ab 65 Jahren gefährliche Medikamente. Damit sind Arzneien gemeint, die laut der Priscus-Liste im Alter besser nicht eingenommen werden sollten, da sie bei älteren Organismen eher zu Nebenwirkungen führen. Anders ausgedrückt: der erhoffte Nutzen wird nun kleiner als der potentielle Schaden.

Dennoch bekommen vor allen Dingen Frauen ab 65 Jahren diese Mittel; im Schnitt jede Vierte. Doch es fiel den Forschern nicht nur auf, dass vor allen Dingen weibliche Patienten dieses negative Los haben, sondern auch Menschen in den alten Bundesländern. Im Saarland sind es beispielsweise 27,1 Prozent der Senioren, im Bundesland Rheinland-Pfalz sind es sogar 27,4 Prozent. Wer in der ehemaligen DDR lebt, bekommt diese Mittel seltener verschrieben.

Auch die Fachrichtung des behandelnden Arztes scheint eine Rolle bei der Häufigkeit der Medikamentenvergabe zu spielen. Allgemeinmediziner verschreiben die bedenklichen Arzneien nur in 29 Prozent der Fälle, während Neurologen dies in 49 Prozent der Fälle tun. Die meisten der bedenklichen Mittel enthalten Wirkstoffe zur Schmerzbekämpfung oder sind Antidepressiva.