Prostituierte in Lugano lernen nach dem Herztod eines Kunden Erste Hilfe

Bereits mehrere Tote in Luganos Bordellen - Prostituierte sollen Erste-Hilfe-Kurse belegen

Von Laura Busch
6. März 2010

Die schweizerische Stadt Lugano ist ein wahres Paradies für Männer, die auf der Suche nach schnellem Sex sind. 38 Bordelle gibt es in dem Kanton und viele weitere sind in Planung. Der Grund ist denkbar einfach: Im angrenzenden Norditalien ist Sex für Geld verboten.

Die vielen norditalienischen Pilger bescherten den Puffbossen bisher Nacht für Nacht ein beträchtliches Einkommen - aber der Frieden ist bedenklich gestört. Im Januar dieses Jahres starb ein 56-jähriger Schweizer in einem Bordell in Cadenazzo an einem Herzinfarkt. Er ist damit der fünfte Kunde, der in den Jahren zwischen 2000 und 2008 in einem der Freudenhäuser in der Gegend an einem Herzinfarkt gestorben ist.

Erste-Hilfe-Kurse und Anschaffung von Defibrillatoren

Sicherlich, die meisten Betroffenen waren älteren Semesters, aber das ist den Chefs egal - Tod ist schlecht für das Geschäft. Und deswegen werden die Freudendamen jetzt noch in einer ganz anderen Spezialdisziplin ausgebildet: Erste Hilfe. Viele Puffbesitzer in der Tessiner Sexmetropole wollen, dass ihre Mädels Wiederbelebung aus dem Effeff können. Auch Defibrillatoren wollen sich einige von ihnen anschaffen.