Artenschutzkonferenz in Bangkok: Gastgeber in der Kritik

Von Ingo Krüger
6. März 2013

Nach 2004 ist die thailändische Hauptstadt Bangkok zum zweiten Mal Gastgeberin der Artenschutzkonferenz Cites (Convention on International Trade in Endangered Species). Spezialisten treffen sich, um über den Schutz Tausender Tier- und Pflanzenarten zu diskutieren. Dabei sieht sich das Gastgeberland heftiger Kritik ausgesetzt, denn der südostasiatische Staat gilt als ein Transitland für den international verbotenen Handel mit Elfenbein.

Aktuell stehen 5000 Tier- und 28 000 Pflanzenarten nach unterschiedlichen Bedrohungsgraden auf der roten Liste des Washingtoner Artenschutzabkommens. Rund 1000 Spezies, darunter Tiger und Nashörner, stehen auf der Tabu-Liste der am stärksten gefährdeten Arten. Mit ihnen ist jeglicher Handel strengstens untersagt.

Bis zum Ende der Konferenz am 14. März stehen insgesamt 70 Anträge zur Debatte. Doch der Schutz von Flora und Fauna trifft immer wieder auf Widerstand. So schmuggeln kriminelle Banden nicht nur afrikanisches Elfenbein nach Thailand, sondern auch Haifischflossen nach China. Dort gelten die Organe als Delikatesse. Die illegale Wilderei ist mittlerweile ein Millionengeschäft, das Naturschützern zu schaffen macht.

Auch Länderallianzen aus Japan, China, Norwegen, Kanada und Grönland versuchen immer wieder, größere Fischerei- und Handelsrechte für sich durchzusetzen. Verhandlungen um eine dauerbedrohte Art wie den Eisbären stocken daher.