Banken haben Fiskus durch "Dividenden-Stripping" um Milliarden betrogen

Von Dörte Rösler
7. November 2013

Eine Gesetzeslücke hat Bankmitarbeiter auf Abwege geführt: um die gezahlte Kapitalertragsteuer doppelt erstattet zu bekommen, sollen mehrere nationale und internationale Geldinstitute sich auf fragwürdige Aktiengeschäfte eingelassen haben. Beteiligt sind etwa die HypoVereinsbank und das schweizerische Geldhaus Sarasin. Der Schaden für den Staat könnte mehr als 10 Milliarden Euro betragen.

In der HypoVereinsbank hatte man schon länger den Verdacht, dass einige Mitarbeiter den Fiskus betrügen. Wie die komplizierten Deals abgelaufen sind, hält ein 173-seitiger interner Bericht fest. Den durch "Dividenden-Stripping" entstandenen Steuerschaden schätzt das Geldinstitut auf 200 Millionen Euro.

Inzwischen ist die Gesetzeslücke gestopft. Finanzbehörden und Staatsanwaltschaft ermitteln allerdings gegen die Verantwortlichen. Sollte ihnen eine bewusste Täuschung nachgewiesen werden, droht eine Anklage wegen schwerer Steuerhinterziehung.