Bypass-OP am Hirn senkt Schlaganfallrisiko nicht besser als Medikamente
Eine Bypass-OP zur Senkung des Schlaganfallrisikos hat sich als weniger effektiv als gedacht herausgestellt
Wer einmal einen Schlaganfall erlitten hat, gehört spätestens ab dann in die Risikogruppe für einen erneuten Hirninfarkt. Bisher senkte man dieses Risiko, indem man den Betroffenen Medikamente gab. Es stand aber auch die Theorie im Raum, dass mittels einer Bypass-Op am Hirn das Risiko deutlich gesenkt werden kann. Dies hätte den dauerhaften Einsatz von Medikamenten unnötig gemacht und so nicht nur Kosten gespart, sondern auch das Risiko auf Nebenwirkungen durch die Pillen gesenkt.
Operationen mindern das Risiko nicht genug
Leider ist dieser Traum nun geplatzt. Durchgeführte Operationen haben keine ausreichende Verminderung des Risikos bewirkt. 195 Freiwilligen mit einem zurückliegenden Schlaganfall wurde chirurgisch ein Bypass an den Gefäßen gelegt, die das Hirn mit Blut versorgen. Eine so gewährleistete bessere Durchblutung sollte das Risiko besser senken als Medikamente.
Doch dem ist nicht so. Die Vergabe von Medikamenten schützt ebenso gut wie der Bypass in Kombination mit einer konservativen Medikamententherapie. Die OP allein nützt nicht so viel wie die Medikamente. Das ist eine herbe Enttäuschung für die Mediziner.
Direkt nach der OP ist das Schlaganfallrisiko sogar erhöht
Gut 20 Prozent der beobachteten Patienten erlitten in den folgenden Jahren einen erneuten Schlaganfall, völlig unabhängig davon, ob sie zur Medikation einen Hirn-Bypass bekommen hatten oder nur die Medikamente schluckten. Ganz im Gegenteil: in den zwei Wochen nach der Operation erlitten direkt 14 Prozent der Patienten einen erneuten Schlaganfall. Für diesen Zeitraum ist das Risiko also sogar deutlich erhöht.
Quelle
- http://derstandard.at/1322873117393/Studie-Gefaessbypass-fuers-Gehirn-hilft-Schlaganfallpatienten-nicht Abgerufen am 9. Dezember 2011