Die aktive Sterbehilfe ist wieder im Gespräch
Chefarzt der Berliner Klinik "Am Urban" spricht sich für die ärztliche Beihilfe zum Tod aus

Warum sollte man todkranke Menschen nicht von ihrem Leid erlösen, wenn sie es sogar selbst wünschen? Die Einführung einer aktiven Sterbehilfe in Deutschland war bereits öfters im Gespräch, wurde jedoch nie realisiert. Jetzt hat Michael de Ridder, Chefarzt der Berliner Klinik "Am Urban", erneut Diskussionen um die Sterbehilfe ins Rollen gebracht.
Befürwortung der ärztlichen Sterbehilfe
In einem Artikel in der Zeitung "Die Zeit" sprach er sich für die ärztliche Sterbehilfe aus. Er ist der Meinung, dass Ärzten in Fällen von Patienten, gegen deren Leiden die Medizin nichts mehr unternehmen kann und die es letztlich selbst wünschen, die Beihilfe zum Tod genehmigt werden sollte. Schließlich sollten die Wünsche der Patienten auch berücksichtigt werden, zumindest wenn man medizinisch nichts mehr für sie tun kann.
Im amerikanischen Oregon beispielsweise setzt man schon länger die ärztliche Sterbehilfe in solchen Fällen ein und in diesen acht Jahren wurde sie gerade mal bei 246 Patienten angewendet. Von einem Missbrauch kann also nicht die Rede sein.
Auch in der deutschen Ärztekammer tritt man dem Vorschlag nicht mehr so engstirnig entgegen wie damals.
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