Entfernung kleinerer Tumore aus der Speiseröhre - Überlebensrate sinkt

Von Cornelia Scherpe
30. Juli 2014

Hat ein Mensch Krebs in der Speiseröhre, spricht der Arzt von einem Ösophaguskarzinom. Die Behandlung ist oft schwierig und oft bleibt nur eine komplette Entfernung der Speiseröhre. Manche Patienten überleben diesen Eingriff allerdings nicht. Da die Operationstechniken sich in den vergangenen Jahren jedoch stark entwickelt haben, kann man heutzutage eine endoskopische Entfernung des Krebsgewebes durchführen. Dabei muss nicht die ganze Speiseröhre entnommen werden, vielmehr entfernt man nur die Tumoren.

Besonders in den USA machen immer mehr Patienten von dieser Alternative Gebrauch. Lag die Rate 2004 noch bei 19 Prozent, war sie 2010 bereits auf 53 Prozent gestiegen. Ein Forschungsteam wollte untersuchten, ob dieser Trend wirklich so vorteilhaft für die Patienten ist und betrachtete die 5-Jahres-Überlebensrate bei rund 5.000 Patienten. Die Ergebnisse liegen nun vor und fallen ernüchternd aus.

Studie untersucht Sterblichkeit fünf Jahre nach der Entfernung der Speiseröhre

Die erhoffte Lebensverlängerung ist nicht zu beobachten, ganz im Gegenteil. Im Vergleich zum Standardverfahren war die Sterblichkeit um 63 Prozent gestiegen. Das bedeutet, dass nach fünf Jahren nach einer Entfernung der Speiseröhre noch 87,6 Prozent der Krebspatienten leben und nach der alleinigen Entnahme der Tumoren nur 76 Prozent.

Den Grund dafür sehen die Forscher in der Ungenauigkeit der endoskopischen OP. Dabei können nicht alle mutierten Zellen wirklich entfernt werden. Die Chance ist sehr groß, dass Tumorzellen in der Speiseröhre verbleiben und der Krebs nach einer Regenerationszeit wieder ausbricht. Bei der kompletten Entnahme der Speiseröhre ist diese Gefahr kaum bis gar nicht gegeben.

Die Studie rät daher, dem aktuellen Trend entgegenzuwirken und eine endoskopische Entfernung der Tumoren nur dann zu machen, wenn eine Komplettentnahme der Speiseröhre aus anderen gesundheitlichen Gründen nicht vertretbar ist. Nur so kann die 5-Jahres-Überlebensrate auf einem hohen Niveau gehalten werden.