Mehr als eine Tropenkrankheit: die Leptospirose
Auch in gemäßigten Klimazonen kann man sich mit der tükischen Infektionskrankheit anstecken

Hinter dem Namen Leptospirose steckt eine Infektionskrankheit, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. Ausgelöst wird sie durch Bakterien (den Leptospiren), die im Körper siedeln.
Das problematische an der Leptospirose ist die Tatasche, dass der Verlauf der Krankheit extrem unterschiedlich ausfallen kann. Die Inkubationszeit kann wenige Tage oder auch zwei Wochen dauern.
Der Krankheitsverlauf
Im ersten Stadium erlebt der Patient Symptome, die an eine Grippe erinnern:
- Kopfschmerzen,
- Schwäche und
- Fieber.
Danach ist der Verlauf allerdings sehr individuell. Bei vielen Betroffenen klingen die Beschwerden ab, andere bekommen verschiedene Schmerzen in Abhängigkeit davon, wo die Bakterien sich angesiedelt haben. Möglich ist dabei auch eine Infektion der Leber und der Niere, was der Arzt als "Morbus Weil" bezeichnet.
Sind die Bakterien bis ins Gehirn gewandert, kann die Leptospirose auch hier wüten; ebenso in der Lunge oder beim Herzen. Wird nicht rechtzeitig eine Therapie mit Antibiotika gestartet, kann der Verlauf tödlich sein. Statistisch versterben zwischen zwei und zehn Prozent der Leptospirose-Patienten.
Risikogebiete und Übertragung
Die Infektion gilt vor allen Dingen als Tropenkrankheit, da
als Risikogebiete zählen. Überträger der Bakterien sind Ratten und Mäuse, in denen die Mikroorganismen bevorzugt leben. Durch Kot und Urin, aber auch durch das Blut der Tiere kann der Erreger übertragen werden. Dabei ist nicht immer direkter Kontakt zum Tier nötig, denn die Ausscheidungen können auch das Wasser verunreinigen. Trinkt man dieses, steckt man sich ebenfalls an.
Infektionsgefahr in gemäßigten Zonen
Es stimmt allerdings nicht, dass die Leptospirose ausschließlich eine Tropenkrankheit ist. Auch in gemäßigten Klimazonen kann man sich anstecken.
Wer als Tierarzt oder Tierpfleger tätig ist, kann sich durch die Behandlung erkrankter Haustiere infizieren. Auch Metzger, Kanalarbeiter und Bauern haben ein erhöhtes Risiko. In Deutschland wurden 2013 genau 81 Fälle der Leptospirose registriert.