Teure Stammzellentherapie, aber leider wirkungslos

Stammzellentherapie für Prostata-Operierte ist riskant, Heilungschancen sind gering

Paradisi-Redaktion
Von Paradisi-Redaktion
30. Oktober 2008

Eine Prostata-Operation führte bei dem Österreicher Manfred Enzensperger zu einer Harninkontinenz. Er ging zu einem Urologen, der ihm von einer Stammzellen-Therapie aus den USA, die erfolgversprechend sei, vorschwärmte.

Hohes Risiko bei Stammzellen-Therapie

Vor lauter Verzweiflung entschied sich Herr Enzensperger für diese Therapie und war somit einer von den 400 Patienten, bei denen dieser Versuch unternommen wurde. Der Nutzen dieses Eingriffs ist aber noch nicht belegt und es bestehen große Risiken, wobei es in schweren Fällen zu einem Verschluß der Harnblase kommen kann.

Herr Enzensperger begab sich im Juli 2006 nach Tirol zu dem behandelnden Arzt Hannes Strasser, der ihm erzählte, dass bei Männern die Heilungschancen bei 70 Prozent lägen. Man entnahm dem Patienten Gewebe aus seinem linken Oberarm, woraus etwa acht Wochen lang Muskel- und Bindegewebszellen gezüchtet wurden, die ihm in den Schließmuskel der Harnblase und in die Harnröhre injiziert wurden.

Stammzellentherapie ist wirkungslos

Ein Eiweiß (Kollagen) sollte unmittelbar den Harnverlust stoppen, beziehungsweise durch Beckentraining sollten die Zellen schneller einwachsen. Aber dies half alles nichts und nach sieben Wochen rief er den Innsbrucker Urologen an, der ihm daraufhin nochmals Kollagen injizierte, was aber nichts mit einer Stammzellen-Therapie zu tun hatte.