Im öffentlichen Raum: Warum Handygespräche verfolgen quälend für das Gehirn ist

Halbalogs - da wir nur die eine Seite der Handygespräche mitbekommen, können wir nicht abschalten

Von Laura Busch
27. September 2010

Personen, die regelmäßig mit dem Zug oder Bus fahren, kennen den Unterschied: Sitzen in der Nähe Menschen, die sich unterhalten, gelingt es in der Regel mühelos dieses Gespräch auszublenden. Befindet sich jedoch ein Passagier im Abteil, der telefoniert, fühlt man sich oft massiv gestört.

Einstellung auf Halbalog nicht möglich

Amerikanische Psychologen von der Cornell-Universität in Ithaca (New York) haben jetzt in Testreihen belegen können, dass diese sogenannten Halbalogs für das Gehirn tatsächlich Stress pur bedeuten. Denn während ein Gespräch sowie auch ein Monolog inhaltlich nachvollziehbar sind, kann man sich auf einen Halbalog nicht einstellen. Man weiß nicht, wann das Sprechen der telefonierenden Person erneut beginnt, da nicht gehört wird, was das unbekannte Gegenüber sagt.

Eine evolutionsbedingte Abwehr des Gehirns

Diejenigen Probanden, die in den besagten Testreihen der Wissenschaftler Halbaloge zu hören bekamen, schnitten deutlich schlechter bei bestimmten Geschicklichkeitsaufgaben ab, als jene, die einem Dialog lauschen durften. Es sei evolutionär bedingt, dass das Gehirn sich gegen Zustände wehre, in denen es nicht wisse, was als nächstes geschieht, so die Forscher.

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