Operation bei Prostatakrebs lohnt sich für jüngere Männer

Operation bei Prostatakrebs ist nicht immer sinnvoll - Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen

Von Frank Hertel
9. Mai 2011

Beim Prostatakarzinom fragen sich die Mediziner zur Zeit weltweit, wann eine Operation notwendig ist und wann nicht. Drei randomisierte Studien, die alle lange Zeiträume beobachten, wurden in Auftrag gegeben. Eine davon ist jetzt fertig geworden: Die Scandinavian Prostate Cancer Group 4 (SPCG-4). Anna Bill-Axelson von der schwedischen Universität Uppsala war Studienleiterin.

Skandinavische Studie zur Prostatakrebs-Behandlung

Sie und ihr Team haben 695 Männer mit Diagnose Prostatakarzinom von Oktober 1989 bis Februar 1999 beobachtet. 347 entschieden sich für einen sofortigen operativen Eingriff. Von ihnen starben bis heute 166 Männer, 55 davon an Prostatakrebs.

348 Männer entschieden sich dazu, den operativen Eingriff zunächst nicht zuzulassen. Man nennt diese Methode "watchful waiting". Von ihnen starben bis heute 201 Männer, davon 81 an Prostatakrebs.

Studienergebnisse

Bill-Axelsons Ergebnis lautet: Ein operativer Eingriff lohnt sich für jüngere Männer unter 65 Jahren. Das Gesamtsterberisiko vermindert sich für sie durch die Operation um 13,5 Prozent. Wenn sie ein Low-Risk-Karzinom haben, vermindert sich ihr Sterberisiko durch die Operation sogar um 19,3 Prozent.

Allerdings hat die OP auch Nachteile: 32 Prozent der Operierten hatten noch ein Jahr danach Harninkontinenz und 58,1 Prozent klagten über Impotenz.