Studie bestätigt Sicherheit von Bluttransfusionen
Medizinwelt streitet über Vergabebedingungen von Bluttransfusionen

Nach einem Unfall und bei größeren Operationen sind Patienten auf Bluttransfusionen angewiesen. Gerade im Fachbereich der Herzchirurgie sind die Transfusionen tagtäglich notwendig. Allerdings hatte sich in den letzten Jahren die Medizinwelt darüber gestritten, ob man Bluttransfusionen großzügig vergeben darf, oder lieber auf ein Minimum beschränken sollte.
Der Grund für den Streit: Auch wenn eine Transfusion exakt der Blutgruppe des Patienten entspricht, handelt es sich um fremde Zellen, mit denen das Immunsystem des Empfängers umgehen muss. In ungünstigen Fällen kann eine Bluttransfusion daher zu Komplikationen führen. Unter anderem steigt das Risiko auf Infektionen und auf Herz- und Hirninfarkte.
Studie zu Bluttransfusionsrisiken
Wie stark das Risiko wirklich erhöht ist, wollte eine britische Studie genau wissen und band 17 Kliniken für Herzchirurgie in ihre Untersuchung ein. So konnte der medizinische Werdegang von 2.007 Patienten verfolgt werden. Alle benötigten während einer OP eine Bluttransfusion, wurden jedoch in zwei Gruppen aufgeteilt.
Eine Hälfte wurde zurückhaltend versorgt und bekam erst dann eine Transfusion, wenn der Hämoglobinwert auf unter 7,5 g/dl fiel. Unter dieser Vorgabe benötigten nur 53 Prozent der Patienten eine Bluttransfusion. In der Gegengruppe war man großzügiger und nutzte eine Transfusion bereits ab einen Wert von unter 9 g/dl. Daher bekamen ganze 92 Prozent der Patienten in dieser Gruppe das Spenderblut.
Blutmenge ohne Auswirkung
Die Auswertung im Anschluss an die OPs zeigt, dass die Rate der Komplikationen auch bei großzügigem Einsatz der Transfusionen nicht erhöht hat. Innerhalb von zwölf Wochen nach dem Eingriff hatten 33 Prozent der Patienten eine Komplikation erlebt. In der Gruppe mit sparsamen Einsatz der Bluttransfusionen lag der Wert mit 35,1 Prozent sogar minimal darüber.
Die Studie rät daher, im Bedarfsfall den Patienten möglichst frühzeitig mit einer Transfusion zu versorgen. Da jedoch Spenderblut oft knapp ist und die Rate der Komplikationen in beiden Gruppen nah beieinander, ist auch ein vorsichtiger Einsatz nicht bedenklich.
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